Projektlogo mit vier überlappenden Kreisen in unterschiedlichen Lilatönen – von hell bis dunkel. Darunter steht in dunkelgrauen Großbuchstaben: „Netzwerk- und Servicestelle inklusiv Studieren in Niedersachsen

Bauliche Barrierefreiheit

Bauliche Barrierefreiheit ist ein wesentlicher Bestandteil einer inklusiven Hochschule. Sie sorgt dafür, dass Menschen mit unterschiedlichen motorischen und sensorischen Beeinträchtigungen alle Gebäude und Wege des Uni-Campus frei und uneingeschränkt nutzen können. Hierbei ist nicht nur die Bereitstellung von Rampen oder Aufzügen gemeint. Eine barrierefreie Gestaltung umfasst so gut wie alle Bestandteile eines Geländes oder Gebäudes, diese können gut sichtbar oder auch sehr kleinteilig sein. Damit können Elemente gemeint sein wie: Eingänge, Türen, Wegführungen, Bodenbeläge, Orientierungshilfen, Lichtverhältnisse, Akustik und Sanitäranlagen. Die Eigenschaften all dieser Elemente entscheiden darüber, wie leicht sich Menschen auf dem Campus bewegen, aufhalten und am Hochschulleben teilhaben können.

Rechtliche Grundlagen

Die barrierefreie Gestaltung ist gesetzlich in Deutschland verankert. Als wichtige Grundlage gelten hierbei das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und das Niedersächsische Behindertengleichstellungsgesetz (NBGG). Sie legen rechtlich fest, dass jede Person Anspruch auf gleichberechtigte Teilhabe hat und öffentliche Einrichtungen dazu verpflichtet sind, Barrieren abzubauen; damit sind hier auch Hochschulen gemeint. Genauere Informationen haben wir in den gesetzlichen Grundlagen für Sie zusammengestellt.

Spezifischer wird auf die baulichen Anforderungen in der DIN 18040-1 Barrierefreies Bauen eingegangen. Hier werden alle technischen Standards aufgezeigt, denen die Gestaltung der Hochschule entsprechen muss.

Verantwortliche Stellen an den Hochschulen

An den Hochschulen sind verschiedene Stellen an der Umsetzung von baulicher Barrierefreiheit beteiligt. Häufig arbeiten hierbei Beauftragte für Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung, Bauabteilungen und Stellen für Nachhaltigkeit, Diversität und Gleichstellung zusammen. Die Sensibilisierung und Beratung sowie die Planung von baulichen Maßnahmen finden also von verschiedenen Bereichen der Hochschule statt. Damit bauliche Barrierefreiheit erfolgreich umgesetzt werden kann, braucht es eine gute Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Stellen.

Sensibilisierung

Ein wichtiger Schritt in Richtung barrierefreie Hochschule ist die Sensibilisierung der Hochschulangehörigen eben genannter Stellen für dieses Thema. Dies geschieht, indem man über die Bedürfnisse und Anforderungen von Menschen mit Behinderung an die Hochschulinfrastruktur aufklärt.

Begehungen

Von Expert*innen oder Betroffenen geführte Begehungen über den Hochschul Campus können helfen, die Hürden im Alltag von betroffenen Studierenden sichtbar zu machen. Hierbei kann mit der Verwendung von Rollstühlen, Augenbinden und Langstock, Noise-Cancelling Kopfhörern den Teilnehmenden der Einblick in ein Leben mit motorischen und sensorischen Einschränkungen nähergebracht werden. Somit erfahren sie selbst die Barrieren, die der Campus aufweist. Diese Erfahrungen und Ergebnisse können die Teilnehmenden dann in ihre Arbeit an der Hochschule fließen lassen und als Grundlage für Verbesserungsmaßnahmen verwenden.

Beispiele:

Schulungen

Für die Vermittlung von Fachwissen über barrierefreies Planen und Bauen gibt es zahlreiche Schulungen und Workshops für die Angestellten im Baubereich der Hochschulen. Mit dem Wissen über barrierefreies Bauen können dann Sanierungen und Neubauten mit speziellem Blick auf die Anforderungen von Studierenden mit Behinderung geplant und durchgeführt werden.

Befragungen und Anlaufstellen für Austausch

Um die Bedarfe von Studierenden mit Behinderung sichtbar zu machen, ist es wichtig ihnen genug und vor allem leicht erreichbare Gelegenheiten zu geben, diese zu äußern. Bei Befragungen können persönliche Erfahrungen für explizite Fragestellungen eingeholt werden, während zwischen Anlauf-/ Beratungsstellen ein offener Austausch stattfindet, in dem Beschwerden und Wünsche frei geäußert werden können. Die Kontaktaufnahme zu Anlauf- und Beratungsstellen sowie die Teilnahme an Befragungen sollte dabei einfach gestaltet werden, sodass der Aufwand für die Studierenden so gering wie möglich ist. Durch das Einholen von persönlichen Erfahrungen der betroffenen Studierenden kann man dann die aktuellen Probleme der Hochschule bei der Sicherstellung von Barrierefreiheit ableiten und anhand dessen gut angepasste Lösungen formulieren.

Beispiel TU Chemnitz

Infomaterial zu baulicher Barrierefreiheit an Hochschulen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten sich über bauliche Barrierefreieheit an Hochschulen zu informieren. Einen guter erster Einblick kann zum Beispiel über diese Seiten gewonnen werden:

Aktuelles

Digitale Barrierefreiheit in der Hochschullehre: Herausforderungen und Unterstützungsbedarfe

Die Digitalisierung der Hochschullehre eröffnet neue Möglichkeiten, Barrieren im Studium abzubauen – vorausgesetzt, digitale bzw. digital unterstützten Lehrangebote sind barrierefrei gestaltet. Eine hochschulübergreifende Befragung von Lehrenden und Studierenden im Projekt SOUVER@N zeigt jedoch deutliche Unsicherheiten bei der praktischen Umsetzung. Der Beitrag stellt zentrale Herausforderungen, Unterstützungsbedarfe und mögliche Ansatzpunkte zur Stärkung digitaler Barrierefreiheit in der Hochschullehre vor.

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