Projektlogo mit vier überlappenden Kreisen in unterschiedlichen Lilatönen – von hell bis dunkel. Darunter steht in dunkelgrauen Großbuchstaben: „Netzwerk- und Servicestelle inklusiv Studieren in Niedersachsen

Wie gestalte ich meine Lehre inklusiv? Hinweise zum Semesterstart

Der Semesterstart ist für viele Studierende eine turbulente Zeit. Sie müssen Kurse wählen, neue Kommiliton*innen und Dozierende kennenlernen und eventuell neue Orte auf dem Campus finden. Gerade für Studierende mit Behinderung können diese Herausforderungen Barrieren darstellen. In diesem Beitrag wollen wir einen Überblick darüber geben, wie Dozierende helfen können, diese Barrieren abzubauen.
Vor allem zu Beginn des Semesters können Dozierende durch direkte Kommunikation und transparente Darstellung der Seminaranforderungen ihre Veranstaltungen inklusiver gestalten.

Nachteilsausgleich

Die offensichtlichste Unterstützung, die Studierende mit Behinderung im Kontext ihres Studiums bekommen können, ist der Nachteilsausgleich. Demzufolge ist es sinnvoll, wenn Dozierende zum Semesterbeginn die Studierenden auf die Möglichkeit des Nachteilsausgleichs, die Existenz neutraler Instanzen wie dem Prüfungsamt und Beratungsoptionen, z.B. durch die Zentrale Studienberatung, hinweisen.
Nichtsdestotrotz ist die Beantragung eines Nachteilsausgleichs mit bürokratischem Aufwand verbunden und benötigt deswegen seine Zeit. Deshalb sollten Dozierende Offenheit signalisieren, bestimmte Anliegen im Rahmen ihrer Möglichkeiten in der direkten Kommunikation mit den betroffenen Studierenden zu klären, statt diese über einen Ausschuss laufen zu lassen.

Organisation und Gestaltung der Lehrveranstaltungen

Eine bedarfsgerechte Gestaltung der Lehrveranstaltung ermöglicht Studierenden die gleichberechtigte Teilhabe. Dozierende können Studierende unterstützen, indem sie den Seminarplan und die Lehrmaterialien frühzeitig zur Verfügung stellen. Dies ermöglicht es den Studierenden, ihren Lernplan den eigenen Bedarfen entsprechend zu gestalten. Dazu gehört auch das Nennen von konkreten Lernzielen und Abgabeterminen, wodurch Studierende sinnvolle Prioritäten setzen können. Außerdem sollte eine möglichst barrierefreie Gestaltung der Lehrmaterialien angestrebt werden. So kann es beispielsweise Studierenden, die einen Screenreader nutzen, helfen, wenn Formeln oder Bilder in Dokumenten mit aussagekräftigen Alternativtexten versehen und Dateien akkurat benannt werden. Viele Hochschulen und Universitäten haben bereits Handreichungen zur Gestaltung barrierefreier Lehrmaterialien veröffentlicht. Eine Auswahl finden Sie in unserer Materialsammlung zu barrierefreier Lehre.

Offene Kommunikation

Jede*r Studierende hat individuelle Grenzen. Gerade die eigene Behinderung stellt für viele ein intimes und vulnerables Thema dar. Deshalb sollte es selbstverständlich sein, dass sich Studierende gegenüber Dozierenden und Kommiliton*innen nur so weit öffnen, wie es für sie angemessen erscheint. Viele Studierende wollen in Seminaren und Veranstaltungen erst unabhängig von ihrer Behinderung kennengelernt und wahrgenommen werden, bevor sie die eigene Behinderung anderen gegenüber thematisieren. Die Etablierung einer Kommunikation auf Augenhöhe und die Herstellung eines Vertrauensverhältnisses sind dafür essenziell. Trotzdem hilft es Studierenden und besonders Personen mit sozialen Ängsten schon sehr, wenn Lehrpersonen offen auf sie zugehen und ihre Bedarfe sowie das Thema Studieren mit Behinderung ernst nehmen. Für manche Dozierende ist dieses Thema vielleicht noch unbekannt und deshalb mit Unsicherheiten verbunden. Ein offenes und den Studierenden zugewandtes Agieren wird diese Unsicherheiten mit der Zeit auflösen und ein barrierefreies Studieren weiter fördern. Ein authentischer Umgang mit diesem Thema ist keine einmalige Entscheidung, sondern ein gelebtes Verhalten, das immer weiterentwickelt werden sollte.

Informationen zu inklusivem Studieren in Niedersachsen

Bei allen Fragen rund um das Thema Inklusiv Studieren in Niedersachen stehen wir als NESIS sowohl Studierenden als auch Dozierenden beratend zur Seite. Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, dann erreichen Sie uns per Mail oder telefonisch. Die entsprechende Mail-Adresse, sowie unsere Erreichbarkeiten per Telefon finden Sie auf unter Kontakt. Das NESIS-Team freut sich auf Sie.

Aktuelles

Präsenz-Treffen des NESIS-Netzwerks an der Leibniz-Universität Hannover

Am 17.09.2026 hat sich das NESIS-Netzwerk an der Leibniz-Universität Hannover in Präsenz zum fachlichen Austausch getroffen. Aus der gastgebenden Hochschule wurde ein Grußwort durch die Vizepräsidentin für Bildung, Prof. Dr. Julia Gillen, überbracht. Schwerpunktthema des Tages war "Beratung rund um Neurodiversität im Studium", mit einem Beitrag von Dipl.-Psych. Meike Schröder. Ergänzt wurde dieser Schwerpunkt durch eine Vorstellung des Projektes Mindful Campus (MinCa), das aktuell an der Leibniz Universität Hannover durchgeführt wird.

Online-Workshop zum Thema "Intersektionalität und Diversitätssensibilität in Beratung, Lehre und Tätigkeit an der Hochschule" hat stattgefunden

Am 24.08.2026 fand der Online-Workshop zum Thema "Intersektionalität und Diversitätssensibilität in Beratung, Lehre und Tätigkeit an der Hochschule" unter der Leitung von Dr.in Christina Plath statt. Ausgehend von den Diversitätsdimensionen Behinderungen und chronische Erkrankungen wurden in Inputs und Arbeitsphasen nicht nur zentrale Aspekte von Diversität und Intersektionalität im Kontext Hochschule erarbeitet. Ein Fokus lag auch auf der Selbstreflexion der Teilnehmenden hinsichtlich individueller Wissensbestände, Erfahrungen und bestehender Ressourcen in Bezug auf die eigene Diversitätssensibilität.

NESIS nun auch auf LinkedIn vertreten

Das Projekt ist nun auch auf LinkedIn vertreten! Dort posten wir Informationen zu unserer Arbeit, sammeln nützliche Hinweise und Links und vernetzen uns gerne mit allen Interessierten. Schauen Sie gerne rein!

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